Freundeskreis der

Artillerietruppe e.V.

MARSDer MARS (engl. MLRS) wurde 1994 in die deutsche Artillerie eingeführt. Ursprünglich wurde das amerikanische System, dass auf dem Fahrgestell des Schützenpanzers BRADLEY aufsetzte, als „Hammer der Division“ zur Zerschlagung großer Flächenziele und zum Sperren von großen Geländeabschnitten konzipiert. Folgerichtig verfügte der MARS in der ursprünglichen Fassung nur über Bomblet- und Minenmunition.

Heute jedoch hat sich die Funktion des MARS vollständig gewandelt. Mehrfach modifiziert und angepasst, kann der MARS heute die Präzisionsmunition GMLRS verschießen und damit Punktziele auf eine Entfernung von bis zu 70 km bei einer Genauigkeit von unter 5 Metern bekämpfen.

Beschreibung

Die Waffenanlage besteht aus einem horizontal und vertikal schwenkbaren Werferrahmen mit elektronischem oder hydraulischem Richtantrieb (Electronic Launcher Drive System). Der Start der Rakete erfolgt aus containerartigen Transport- und Abschussbehältern, so genannten Rocket Pod Containern (RPC). Die Raketen sind darin verankert und brauchen mindestens 5 Tonnen Schubkraft, um sich von ihren Halterungen zu lösen. Anschließend werden sie mittels Gleitsteinen aus ihrer Halterung bis zum Rohraustritt geführt. Diese Startbehälter sind durch dieses autonome Waffensystem einfach abstell- und aufnehmbar. Seine Lade- und Hebevorrichtung ermöglicht es dem MLRS, auch in unwegsamen Gelände eine schnelle Be- und Entladung durchzuführen.

Hauptbaugruppen des Fahrgestells stammen vom Schützenpanzer M2 Bradley, darauf montiert ist eine Fahrerkabine mit drei Sitzen für Fahrer, den Bediener der Feuerleitanlage und den Kommandanten. Das Triebwerk von 368 kW kommt aus dem Hause Cummins Engine und hat ein Automatikgetriebe mit drei Vorwärts- und einem Rückwärtsgang. Diese Kombination mit dem drehstabgefederten Stützrollenlaufwerk mit lebender Endverbindergleiskette ermöglicht diesem Artilleriegeschütz Geschwindigkeiten von über 70 km/h, wobei das deutsche Getriebe nur 65 km/h zulässt, die Kette DC 129 C1 nur 50 km/h.

In der Bundeswehr trägt es die Bezeichnung Mars für Mittleres Artillerieraketensystem. Die Raketenartillerie (8 Stück je Batterie) verschießt mit dem Mars Submunition (Clusterbomben) und die AT2-Panzerabwehrminen über Entfernungen von rund 10 bis zu 38,5 Kilometer . Zu Übungszwecken kann man die Kaliberrakete M26 und die 110 Millimeter Rakete des Waffensystems Lars verschießen.

Mit der Produktverbesserung (PV) Mars II und der Beschaffung der Lenkrakete Guided Multiple-Launch Rocket System (GMLRS) wird erstmals eine Abstandsfähigkeit von rund 70 km und eine Präzisionsfähigkeit erreicht, die deutlich zur Verringerung von Kollateralschäden beiträgt. Jedoch ist auf mehreren Testbasen die Reichweite von 100 km weit übertroffen worden. Hierbei handelt es sich um abgewandelte Gefechtsköpfe, die durch einen spitzeren Einfallswinkel auf das Ziel einwirken. Die Reichweitensteigerung auf bis zu 140 km ist geplant. Die Erneuerung der Ausrüstung des MARS umfasst eine Laserkreiselanlage und eine technische Weiterentwicklung in Sachen GPS-Navigationsanlage namens Defense Advanced GPS Receiver (DAGR), dem Nachfolger des bundeswehrüblichen Precision Lightweight GPS Receiver (PLGR).

Als Gefechtskopf wird SMArt (SuchzünderMunition Artillerie) sowie ein penetrierender Splitter-/Sprengkopf (Unitary) zum Einsatz kommen. Dieser umfasst Verzögerungszünder und Annäherungszünder.

Die leistungsfähigste Version im US-Arsenal ist jedoch die Submunition BAT (Brilliant Anti-armor Technology). Eine MLRS-Rakete kann zwei BAT tragen. Es benutzt akustische und Infrarotsensoren um das Ziel zu orten. Es ist autonom in dem Sinne, dass es alleine in der Lage ist, das Ziel zu suchen und zu bekämpfen. Sein duales Lenksystem erlaubt es auch mobile Ziele unter schwierigen Bedingungen zu bekämpfen. Nachdem das Ziel erfasst wurde werden die schwenkbaren aerodynamischen Kontrollflächen aktiviert und es „segelt“ zum Ziel bis zur Detonation. Die Ziele wie sich bewegende Panzer, mobile Boden-Boden-Raketenabschussrampen, Mehrfachraketenwerfer, aber auch feste und gehärtete Ziele sind von hoher Wichtigkeit für die Kriegführung. Diese Munition kann im NATO-Bündnisfall ebenso von deutschen MARS verschossen werden, da sie auf einer Aktualisierungsplattform basieren. Weiterhin gibt es für den MLRS eine Rakete namens Army Tactical Missile (ATACMS). Diese Rakete kann Reichweiten von bis zu 300 km überwinden, ohne dabei einer ballistischen Flugbahn zu folgen.

Raketen

M26 (AT2): Rakete mit 28 AT2 Panzerminen mit Magnetzünder. Reichweite 38 km.

M27: Trainingsrakete zur Übung der Handhabung.

M28A1: Trainingsrakete (Short Range) mit flacher Raketenspitze. Dadurch reduzierte Reichweite von 9 km.

XM31: (GMLRS-Unitary): mit 81,6 kg Splittergefechtskopf. Reichweite 70 km.

Des Weiteren kann auch die kostengünstigere Munition des mittlerweile nicht mehr im Bundeswehrarsenal befindlichen Lars geladen und abgefeuert werden, die sich immer noch im Munitionsbestand der Bundeswehr befindet. Die LAR (Leichte Artillerie-Rakete) hat ein Kaliber von 110 mm, eine Gebrauchsschussentfernung von 6-14 km und wird aus extra dafür angefertigten RPC´s (Rocket Pod Container) abgefeuert, welche per Hand geladen werden müssen.

Quellen: Wikipedia, Eigene Unterlagen, Foto: panzerbaer.de

Ein Video über den MARS bei youtube:

 

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